Geschichte der Jazz-Kurse

Was hat ein 16-Jähriger mit dem brennenden Wunsch, Jazz zu lernen und spielen zu wollen? Tausend Fragen! So wie seinerzeit Stefan Berker ging und geht es sicherlich heute noch vielen Jazz-Fans, egal ob mit 16 oder 60. Er wuchs im Sauerland mit klassischem Klavierunterricht auf, hörte mit Begeisterung die Beatles, Stones und die schon leicht jazzig angehauchte englische Blues-Szene um Pete York, Alexis Korner und John Mayall. Dann entdeckte Berker so unterschiedliche Jazzmusiker wie Oscar Peterson, Thelonious Monk, Louis Armstrong, Benny Goodman und viele andere mehr und es entstand in ihm das innere Bedürfnis, diese Musik selbst zu spielen.

Von der Theorie ...

Wie gesagt: Tausend Fragen. Und weit und breit keine Musikschule mit Jazzangebot, kein Lehrer in der Nähe, der kompetent Jazz unterrichtet. Das „Jazz Podium“ wurde abonniert und so stieß Stefan Berker auf Anzeigen von Jazz-Büchern und Aebersold-Play-Alongs. Und tatsächlich, einiges ließ sich daraus ableiten und lernen. Nachdem er alle wichtigen Bücher über Jazz-Harmonielehre, Improvisation etc. durchgearbeitet hatte, wusste er theoretisch so einiges über Jazz, aber dies am Instrument umzusetzen, war dann doch noch ein größerer Schritt.

... zur Praxis

Mittlerweile studierte Stefan Berker Volkswirtschaft in Berlin und spielte Keyboards in diversen Blues-Rock-Bands. Das machte Spaß, aber eigentlich hing sein Herz ja am Jazz. Nach dem Diplom war wieder Zeit, das „Jazz Podium“ etwas intensiver zu lesen und im Kleinanzeigenteil stand etwas von einem Jazz-Fernlehrgang eines gewissen Joe Haider, dessen Platten er schon seit seiner Jugend im Schrank hatte. Nach Durchsicht des Info-Materials meldete Berker sich für den Kurs an und – mittlerweile 30 Jahre alt - beim Blättern im Studienmaterial traf ihn sozusagen der musikalische Blitz: Das ist es! So kann man Jazz lernen! Eine kompetente Musikschule in Form eines Fernkurses.

Lernen per Fernkurs

Im Laufe der nächsten drei Fernlehrgangsjahre wurden die tausend Fragen eine nach der anderen beantwortet und der Rest der Geschichte sei im Folgenden verkürzt dargestellt: Stefan Berker lernte Joe Haider kennen, übernahm die Organisation des Fernkurses, entwickelte selbst den Anfänger-Kurs „jazz basic“ und in Co-Autorenschaft den Kurs „jazz advanced“ und gründete die Jazzschule in Berlin. 2004 rief Berker die global jazz academy ins Leben, deren Leiter er ist und dessen Fernkurskonzept er seitdem zusammen mit dem Bassisten Rainer Lewalter stetig weiterentwickelt. Darüber hinaus leitet Berker seit 1996 den Jazzclub „Schlot“ in Berlin und ist künstlerischer Leiter, Autor und Produzent einer neuen Jazz-Play-Along-CD-Reihe bei Tunesday Records. Eine Geschichte mit Happy End: Stefan Berker spielt seit vielen Jahren Klavier in verschiedenen Jazz-Projekten. Das hätte er mit 16 nicht zu träumen gewagt und auch mit 30 noch nicht geglaubt: Jazz ist lernbar. Systematisch. Und Spielerisch.