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Glossar

Reinhardt, Django

Mit D.R. beginnt die Liste der europäischen Musiker, die in den USA kreativen Einfluss ausübten – in den 1930ern und im Swing noch eine absolute Rarität. Der Gitarrist ist, ohne dass er überhaupt nur auftreten würde, auch die Hauptfigur von Woody Allens Musiker-Filmkomödie Sweet And Lowdown. In diesem Streifen werden übrigens etliche der zahllosen Anekdoten aus D.R.s Leben verarbeitet. Aber das musikalisch Verblüffendste an seiner schillernden Persönlichkeit bleibt, dass er seine überragende Virtuosität trotz seiner durch einen Brand seines Wohnwagens schlimm verstümmelten linken Hand entfalten konnte. Der Begleitrhythmus der Band Hot Club de France, die D.R. mit seinem Kompagnon, dem Geigenvirtuosen Stéphane Grappelli, leitete, mag heute einen antiquiert stampfenden Charme ausstrahlen (obwohl er von etlichen Gipsy Swing-Bands noch immer praktiziert wird): die Eleganz jedoch, mit der die beiden Solisten darüber abheben, ist immer noch unwiderstehlich. Mit etwas Risikofreude kann man die These wagen, dass D.R. begann, was später einmal zu ECM und Nu Jazz werden sollte.