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Glossar

Pepper, Art

"To play like Bird, you have to do like Bird" - das war so ein Spruch, der viele Musiker nach Charlie Parker in einen unschönen und meist frühen Tod trieb. Art Pepper, einer der großen weißen Altsaxophonisten des kalifornischen Jazz, wurde jedoch, wie sein Leidensgenosse Chet Baker, für einen Junkie ziemlich alt (und sah zuletzt noch viel, viel älter aus, als er wirklich war). Seine Autobiographie Straight Life berichtet daher von grausamen Entzugserscheinungen, gruseligen Knastaufenthalten und sonstigen Leckereien mindestens ebensoviel wie über erstaunliche musikalische Comebacks. Wie's bei Junkies so ist, darf man leider nicht alles ganz wörtlich nehmen. Eine der beliebtesten Schoten aus diesem Buch berichtet beispielsweise, wie ein völlig abgehalfterter Art Pepper mir nichts, Dir nichts eine Studiosession mit der Rhythmusgruppe von Miles Davis einspielen soll. Der Saxophonist behauptet, er habe zu diesem Zeitpunkt seit Monaten nicht mehr gespielt und sei deswegen mit den Nerven völlig am Ende gewesen. Die Diskographie setzt dagegen, dass er erst fünf Tage vorher zum letzten Mal im Studio gewesen sei – was auch erklären würde, warum die mit soviel Panik angegangene LP dann doch recht gelungen klingt.