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Glossar

Pascoal, Hermeto

Aus dem kleinen Bundesstaat Alagoas im Osten Brasiliens stammt einer der anerkannt größten Musiker dieses Landes. Selbst heute, mit über 70 Jahren, ist der Multiinstrumentalist mit seiner üppigen, schlohweißen Haar- und Barttracht immer noch eine beeindruckende Erscheinung. In den 70er Jahren lebte er in den USA, wo seine avantgardistischen Kompositionen sogar die Begeisterung des fast schon pathologisch kritischen Miles Davis erregten. Trotz seines großen – auch internationalen – Erfolges zog es Pascoal letzlich wieder in die Heimat zurück. Auch der Ansatz eines Versuches, Pascoals Musik kategorisieren zu wollen, wäre zum Scheitern, ja zur Lächerlichkeit verurteilt. Die aberwitzige Vielfalt der thematischen, harmonischen und rhythmischen Bocksprünge einer auch nur durchschnittlichen Komposition des Brasilianers spottet jeder Beschreibung - ganz klar, wenn man weiß, das der Mann sein Tagebuch in Form von Musik führt. Da Genie und Wahnsinn, wie eine Binsenweisheit längst schon weiß, oft eng beieinander liegen, war das Publikum der Berliner Jazztage 2005 nur mäßig überrascht, als sich Pascoal nach nur wenigen Sekunden von der Bühne verzog, wo das mit Spannung erwartete "blind date" mit der niederländischen Schlagzeuglegende Han Bennink stattfinden sollte. Vielleicht aber auch nur eine späte Rache an dem zu dieser Zeit längst verstorbenen Gründer des Berliner Festivals, Joachim-Ernst Berendt? Dieser hatte den Brasilianer, als er ihn 1977 erstmals auf dieser Veranstaltung vorstellte, seit Jahren auf Plakaten und sogar in seinen berühmten "Jazzbüchern" konsequent falsch geschrieben... oder schreiben lassen - mit dem "teutonischen" sch.