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Glossar

Melodie

Das Wort M. hat im Jazz keinerlei ästhetisch wertende Konnotation mehr und wird auch nicht mehr notwendigerweise mit Einprägsamkeit oder Sanglichkeit verbunden. Ob es der wuchtige, stilisierte Sprechgesang im Blues einer Bessie Smith oder ein absolut verzinktes Bebop-Thema ist, jede Art von Tonfolge, die funktional gesehen einen gewissen Führungsanspruch erhebt, wird M. genannt. Das muss nicht heißen, dass sich die M. notwendigerweise in der obersten Stimme befindet – tatsächlich spielt im New Orleans-Jazz meist die Trompete die M., während sich die Klarinette, obwohl begleitend, in einer höheren Lage bewegt. Das quasi gleichbedeutende englische Wort tune wird noch flexibler gebraucht, es bezeichnet unter Jazzern überhaupt ein Stück (hierzu auch das aus dem Jiddischen übernommene, kaum noch zu definierende shtick und dergleichen Gummibegriffe): es kann in diesem Sinne respektloserweise auch auf eine klassische Sinfonie angewendet werden.