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Glossar

Diatonik

Ganz ähnlich wie der Terminus Chromatik ist auch die D. eine Erfindung der alten Hellenen, von der uns nur der Name geblieben ist. Im Sprachgebrauch der Gegenwart ist die D. so etwas wie das Gegenteil der Chromatik (was die Griechen mit ziemlicher Sicherheit nicht gemeint hatten). Im Zusammenhang eines einfachen Dur-Liedchens ist die Dichotomie noch relativ eindeutig: alles Tonmaterial, das aus der tonartbestimmenden Skala stammt, ist diatonisch, und alles übrige chromatisch. In einem ähnlichen Sinne spricht man bei einem modal aufgefassten Stück oft von inside bzw. outside. Doch sind schon bei einer Passage in Moll die Zusammenhänge komplexer, und auch die melodische Konzeption des Blues, der gewiss nicht eigentlich atonal sein will, verwischt die Grenzen zwischen D. und Chromatik sehr stark.