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Glossar

Davis, Miles

„The prince of darkness“, so sagt William Shakespeare (der bei allem Talent doch vom Jazz wenig verstand), „is a gentleman.“ Der Schwan vom Avon kannte M.D. nicht! Von Wayne Shorter stammt die dem Trompeter gewidmete und passend betitelte Nummer „Prince Of Darkness“, denn keiner verstand es wie Miles, sich als düster und widerborstig zu inszenieren. Seine berühmte Autobiographie, in der es vor Garstigkeiten gegenüber Kollegen nur so wimmelt, wäre gewiss doppelt so lang geworden, hätte der Ghostwriter alle „F“-Wörter aus den Interviews stehen gelassen. Das ändert natürlich nichts am eigenwilligen Genie des Mannes, der nie ein Virtuose auf seinem Instrument war und ohne den der Jazz doch um viele Errungenschaften ärmer wäre: „Keine Feier ohne Meier“ müsste mutatis mutandis heißen „keine Styles ohne Miles“, denn diese Musik verdankt M.D. seine prägende Mitwirkung an vier ihrer wichtigen Stilistiken: dem Bebop, Cool Jazz, Hard Bop und der Fusion.