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Glossar

Condon, Eddie

Albert Edin C.s Autobiographie We Called It Music (1948; dt.1960: "Jazz - wir nannten's Musik") gilt als einer der wichtigsten Chroniken der frühen Jazzgeschichte. So greift auch Woody Allen in Sweet and Lowdown auf ihn zurück, um die "wahre" Geschichte des (fiktiven) Gitarristen Emmett Ray und Django Reinhardts zu erzählen. Mit nur einem Trommelfell, dafür aber in eine musikfreudige Familie hinein geboren, lernte C. früh, mit seinem Banjo-Spiel (auch Ukulele und Gitarre) den Takt anzugeben. Dieses typische Begleitinstrument aus dem Hintergrund herauszuholen war jedoch seine Sache nicht: trotz etlicher Aufnahmen ist kein einziges Solo von ihm überliefert. Das liegt wohl weniger an seiner Bescheidenheit (wie häufig fälschlich unterstellt wird), als daran, dass er genau wusste, wo seine eigentlichen Stärken lagen: als Organisationstalent erster Güte initiierte er Radio-Shows, gründete Clubs und vor allem hochkarätige Bands am laufenden Band – nicht selten unter seinem Namen (soviel zur Bescheidenheit) -, organisierte als engagierter Bandleader nicht nur Gigs jeder Größenordnung, sondern schleppte seine Musiker (auch gegen deren Widerstand) in die Studios, forcierte Verträge mit den Plattenfirmen usw. E.C. war überall dort zu finden, wo der Oldtime-Jazz die Öffentlichkeit erreichte - und das über alle damals verfügbaren Medien. Die dankbaren Hörer der alten Aufnahmen lieben ihn dafür noch heute.